Ein KI-Telefonassistent sollte ausgehende Anrufe nicht einfach automatisch starten. Vor jedem Anruf müssen Einwilligung, Kundendaten, Anlass, Zeitfenster und mögliche Wiederholungen geprüft werden.
Ein Anruf beginnt nicht erst mit dem Klingeln
Ausgehende Anrufe können unseren Kunden eine Menge Zeit sparen. Das gilt zum Beispiel für Terminbestätigungen, Erinnerungen oder Rückfragen zu einem Auftrag. Trotzdem sollte ein KI-Telefonassistent nicht einfach jede gespeicherte Nummer automatisch anrufen.
Vor dem Anruf muss feststehen, warum angerufen wird, ob der Anruf zulässig ist und welche Informationen verwendet werden dürfen. Das schützt nicht nur die Privatsphäre der Angerufenen, sondern verhindert auch unnötige Rückfragen.
Die folgenden Prüfschritte orientieren sich daher am Ratgeber Outbound-Telefonie mit KI 2026.pdf.
1. Einwilligung und Anlass prüfen
Zuerst muss geklärt werden, ob für den geplanten Anruf eine ausreichende Grundlage besteht. Bei Werbeanrufen gelten besonders strenge Regeln. Eine vorherige Einwilligung kann zwingend erforderlich sein. Für organisatorische Anrufe, etwa eine Terminbestätigung, kann eine andere rechtliche Grundlage gelten.
Entscheidend ist dabei der konkrete Anlass. Der KI-Telefonassistent sollte vor dem Anruf erkennen können, ob es sich um:
- eine Terminbestätigung,
- eine Erinnerung an einen vereinbarten Termin,
- eine Rückfrage zu einem Auftrag,
- eine Information zum weiteren Ablauf oder
- einen werblichen Kontakt
handelt.
Der Anlass sollte außerdem zum bisherigen Kontakt passen. Ein Kunde, der nur eine Reparatur angefragt hat, sollte nicht ohne passenden Grund einen werblichen Anruf erhalten. Im Zweifel sollten unsere Kunden die rechtliche Bewertung mit ihrer Datenschutzberatung klären bevor ausgehende Anrufe durch eine KI getätigt werden.
2. Kundendaten auf Aktualität und Zweck prüfen
Ein Anruf kann bereits dann problematisch werden, wenn veraltete oder falsch zugeordnete Daten verwendet werden. Vor dem Start sollte der KI-Telefonassistent deshalb prüfen, ob die Telefonnummer zum richtigen Kunden gehört und ob der Datensatz aktuell ist.
Wichtig sind unter anderem:
- Name und Telefonnummer,
- Bezug zum Auftrag oder Termin,
- bevorzugte Sprache,
- hinterlegte Kontaktpräferenzen,
- Sperrvermerke oder Widersprüche und
- die Information, wann der letzte Kontakt stattgefunden hat.
Es sollten nur die Daten verwendet werden, die für das Gespräch notwendig sind. Details zu einem Auftrag gehören nicht in eine Nachricht an eine Person, deren Identität noch nicht sicher festgestellt wurde. Bei Unsicherheit sollte der Assistent keine vertraulichen Informationen nennen und an einen Mitarbeiter übergeben.
3. Zeitfenster und Wiederholungsversuche begrenzen
Auch ein berechtigter Anruf kann unpassend sein, wenn er zur falschen Zeit erfolgt. Ein guter Prozess legt deshalb zulässige Zeitfenster fest. Dabei sollten gesetzliche Vorgaben, die Erwartungen der Kunden und die üblichen Arbeitszeiten der jeweiligen Branche berücksichtigt werden.
Für unsere Kunden in Städten wie Leipzig oder in kleineren Orten der Region kann das je nach Einsatzbereich unterschiedlich aussehen. Ein Terminservice für einen Handwerksbetrieb hat andere passende Anrufzeiten als ein Pflegedienst oder ein Kundendienst.
Auch für nicht erreichte Personen braucht es klare Regeln. Der KI-Telefonassistent sollte nicht unbegrenzt erneut anrufen. Sinnvoll sind Vorgaben zu:
- der maximalen Zahl der Versuche,
- dem Abstand zwischen den Anrufen,
- alternativen Kontaktwegen und
- der sofortigen Beendigung bei einem Widerspruch.
Ein Kunde, der keinen weiteren Anruf wünscht, muss zuverlässig aus dem Prozess genommen werden.
4. Was SaxFon daraus für die Praxis ableitet
Unsere KI-Telefonassistenten von Saxfon führen ausgehende Gespräche nur auf Basis von vorher definierten Abläufen, die sich innerhalb rechtlich gesicherter Rahmenbedingungen bewegen. Bevor unsere Telefonagenten Anrufe tätigen, werden mit dem Kunden der Anlass, die Kundendaten, aber auch die Einwilligung oder andere zulässige rechtliche Grundlagen berücksichtigt.
Sofern alle rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden sind, können dann Gespräche und Ergebnisse sowie Rückrufwünsche natürlich auch dokumentiert werden. Für unsere Kunden bedeutet das: Die Automatisierung ersetzt keine Regeln, sie setzt Regeln, die es gilt, konsequent zu beachten.
Dazu gehören rechtliche Voraussetzungen, aber auch verständliche Gesprächsleitfäden, klare Übergaben an Mitarbeiter und regelmäßige Kontrollen der hinterlegten Daten.
Somit wird Outbound-Telefonie über Saxfone planbar, kundenfreundlicher, aber vor allem rechtlich abgesichert.